Flächenverbrauch wirkt negativ auf das Grundwasser

Durch die zumehmende Versiegelung der Oberfläche durch bauliche Maßnahmen entstehen für das Klima gleich mehrere Probleme.

In einem Beitrag des WDR wurde kürzlich die Absenkung des Grundwasserspiegels durch die stetig wachsende Bebauung der zur Verfügung stehenden Oberfläche thematisiert. Aktuell wird in NRW jeden Tag die Fläche von ca. 10 Fußballfeldern bebaut. Dies hat für das Grundwasser den Effekt, dass auf diesen Flächen kein Regenwasser mehr ins Erdreich einsickert. Stattdessen wird es oberflächlich oder durch die Kanalisation den Flüssen zugeführt. Dies verstärkt bei stärkeren Regenfällen die Hochwassergefahr.

Viel wichtiger ist jedoch, der Mangel an Zufuhr für das Grundwasser. In Zeiten der Klimaerwärmung steigt die Verdunstung und es fehlt an Niederschlägen. Wenn dann auch noch der Nachschub abgeleitet wird, addieren sich diese Effekte. So gibt die LANUV z.B. für den Ort Hamminkeln mittlerweile ein Absinken des Grundwasserspiegels von 80 Zentimetern an.

Der BUND erwägt sogar eine Klage gegen den Flächennutzungsplan der NRW-Landesregierung. Hinsichtlich der Pläne in Datteln z.B. für den sog. NewPark 156 Hektar zu bebauuen, dürfte dies auch für die Wasserführung in Castrop-Rauxel Auswirkungen haben. Ergo wird das Wasser, das Pflanzen und Bäume dringend benötigen, zukünftig noch tiefer in der Erde liegen.

Klimatisch wird durch den ständigen Zubau von Gebäuden und Straßen ein zusätzlicher Heizeffekt erzielt. Beide speichern die Sonneneinstrahlung in Form zusätzlicher Wärme und geben diese auch nachts noch ab. Für Kommunen bedeutet dies, sich durch Fachgutachten über das Stadtklima vor baulichen Maßnahmen zu vergewissern, das wichtige Frischluftschneisen nicht abgeschnitten werden.

Drittens wird durch die Verringerung der Menge an Grundwasser gleichzeitig die Schadstoffkonzentration angehoben. Dies wird zukünftig in den Bereichen, wo Düngung und Versiegelung nebeneinander liegen, zu noch höheren Nitratwerten im Grundwasser führen.

Weiterführende Links:
Beitrag des WDR
Informationen des LANUV
ELWAS-Karte NRW

Bild: Chemischer Zustand im Grundwasserkörper 2013-2018 (ELWAS)
(Zy/Li )